Vom Gesamtmodell zum Arbeitsmodell: IFC-Daten gezielt reduzieren, anstatt alles mitzuschleppen

Vom Gesamtmodell zum Arbeitsmodell: IFC-Daten gezielt reduzieren, anstatt alles mitzuschleppen

Vom Gesamtmodell zum Arbeitsmodell: IFC-Daten gezielt reduzieren, anstatt alles mitzuschleppen

Warum Sie nicht immer das vollständige IFC-Modell benötigen – und wie Simplebim 12 dabei hilft, die richtigen Daten für den jeweiligen Anwendungsfall bereitzustellen.

Von Sigrid Feistle 30.10.2026

Nicht jeder braucht das komplette BIM-Modell

Ein IFC-Modell enthält häufig weit mehr Informationen, als für einen bestimmten Arbeitsschritt benötigt werden.

Architektur, Tragwerksplanung und technische Gebäudeausrüstung arbeiten mit unterschiedlichen Bauteilen, Eigenschaften und Anforderungen. Werden diese Informationen in einem Gesamtmodell zusammengeführt oder vollständig an andere Projektbeteiligte weitergegeben, entstehen schnell umfangreiche Datenbestände.

Für die Koordination kann das sinnvoll sein. Für eine konkrete Fachaufgabe bedeutet es jedoch häufig, dass zahlreiche nicht benötigte Bauteile und Informationen mitverarbeitet werden müssen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Welche Daten werden für den nächsten Arbeitsschritt tatsächlich gebraucht?

Anstatt immer das vollständige Modell weiterzugeben, ist es häufig sinnvoller, daraus ein gezieltes Arbeitsmodell abzuleiten.

Was unterscheidet ein Gesamtmodell von einem Arbeitsmodell?

Ein Gesamtmodell dient dazu, möglichst viele relevante Modellinformationen für die übergreifende Betrachtung bereitzustellen.

Ein Arbeitsmodell verfolgt dagegen einen bestimmten Zweck. Es enthält gezielt die Objekte und Informationen, die für eine konkrete Aufgabe benötigt werden.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Ein Tragwerksplaner erhält ein Architekturmodell. Für seine Arbeit werden beispielsweise Wände und Decken benötigt, während Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände keine Rolle spielen.

Statt das komplette Architekturmodell zu übernehmen, kann daraus ein neues IFC-Modell erstellt werden, das nur die ausgewählten Bauteile enthält.

Aus einem umfangreichen Ausgangsmodell wird so ein Arbeitsmodell mit den relevanten Daten.

Der Vorteil liegt nicht allein in einer möglicherweise geringeren Dateigröße. Entscheidend ist, dass weniger irrelevante Informationen durchsucht, geprüft und in nachgelagerten Anwendungen verarbeitet werden müssen.

IFC-Daten gezielt reduzieren statt pauschal verkleinern

Eine kleinere IFC-Datei ist nicht automatisch eine bessere IFC-Datei.

Wird ein Modell ausschließlich mit dem Ziel verkleinert, möglichst viele Daten zu entfernen, können Informationen verloren gehen, die für spätere Arbeitsschritte benötigt werden.

Bei der gezielten Modellreduktion ist deshalb der Verwendungszweck entscheidend.

Welche Bauteile werden benötigt? Welche Eigenschaften sind für die jeweilige Aufgabe relevant? Welche Informationen können in der abgeleiteten Ausgabe entfallen?

Je nach Anwendungsfall können unterschiedliche Arbeitsmodelle sinnvoll sein:

  • Tragwerksplanung: Auswahl der benötigten tragenden oder konstruktiv relevanten Bauteile.
  • TGA-Planung: Bereitstellung bestimmter technischer Systeme, Komponenten oder Modellbereiche.
  • Bauunternehmen: Aufteilung von Gesamtmodellen in Bauabschnitte oder projektspezifische Teilbereiche.
  • Mengenermittlung und Auswertung: Auswahl und Aufbereitung der Objekte und Eigenschaften, die für die jeweilige Berechnung benötigt werden.

Die Ausgangsdaten müssen dafür nicht grundsätzlich verändert werden. Das Arbeitsmodell kann als eigenständige IFC-Datei bereitgestellt werden.

Mit Simplebim aus IFC-Daten passende Arbeitsmodelle erzeugen

Simplebim ist eine Software zur Aufbereitung, Bearbeitung und Weiterverwendung von IFC- und BIM-Daten.

Die Anwendung ermöglicht es, Modelle zu untersuchen, Eigenschaften zu bearbeiten, Objekte zu gruppieren und Informationen gezielt auszuwählen.

Für die Erstellung eines Arbeitsmodells bedeutet das:

1. IFC-Modell übernehmen

Das vorhandene IFC-Modell wird in Simplebim importiert. Objekte und ihre Eigenschaften können untersucht werden.

2. Relevante Daten auswählen

Benötigte Bauteile lassen sich anhand geeigneter Gruppen und Kriterien bestimmen. Nicht relevante Objekte oder Eigenschaften können ausgeschlossen werden.

3. Arbeitsmodell exportieren

Die ausgewählten und aufbereiteten Daten werden als neue IFC-Datei ausgegeben und können anschließend in der jeweiligen Fachanwendung weiterverwendet werden.

So entsteht aus einem umfassenden Modell eine gezielt aufbereitete Datengrundlage für den nächsten Arbeitsschritt.

Blogbild

Gezielte Bauteilauswahl in Simplebim: Hier werden Wände innerhalb des IFC-Modells hervorgehoben.

Neu in Simplebim 12: Erst Daten vereinheitlichen, dann gezielt reduzieren

Eine Herausforderung bei der Arbeit mit IFC-Modellen liegt häufig nicht allein in der Datenmenge, sondern auch in ihrer unterschiedlichen Struktur.

Modelle stammen aus verschiedenen Autorensystemen. Inhaltlich vergleichbare Informationen können unter unterschiedlichen Eigenschaftsnamen, in verschiedenen Eigenschaftssätzen oder mit abweichenden Bezeichnungen gespeichert sein.

Das erschwert die zuverlässige Auswahl bestimmter Bauteile und Informationen – besonders dann, wenn dieselben Verarbeitungsschritte bei unterschiedlichen Modellen wiederholt werden sollen.

Mit Simplebim 12 wurde dafür das Base Model eingeführt.

Das Base Model schafft eine anpassbare, einheitlichere Grundlage für die weitere Datenverarbeitung.

Das Konzept umfasst drei Stufen:

01 – Find (Finden)

Relevante Informationen werden aus unterschiedlichen Eigenschaften, Beziehungen und der Geometrie eines Modells ermittelt und an einer einheitlichen Stelle bereitgestellt.

02 – Understand (Verstehen)

Die gefundenen Informationen werden interpretiert und mit nachvollziehbaren, vereinheitlichten Bezeichnungen strukturiert. Dazu gehören beispielsweise Angaben zu Bauteilarten und Materialien.

03 – Organize (Organisieren)

Die standardisierten Informationen werden für konkrete Anwendungsfälle organisiert. Dazu können Eigenschaften in sogenannten Datakeys kombiniert werden, um Objekte gezielt zu gruppieren und auszuwählen.

Was bringt das für die Modellreduktion?

Wenn Bauteile und Eigenschaften in einer einheitlicheren Struktur vorliegen, können darauf aufbauende Auswahlregeln leichter definiert und wiederverwendet werden.

Das ist insbesondere hilfreich, wenn Modelle aus unterschiedlichen Quellen nach denselben Kriterien verarbeitet werden sollen.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung:

Das Base Model standardisiert die Datengrundlage. Die eigentliche Modellreduktion erfolgt anschließend als separater Verarbeitungsschritt.

Simplebim 12 enthält vorbereitete Base-Model-Dataflows, die den Einstieg in diese Standardisierung unterstützen.

Damit können die Daten zunächst einheitlicher aufbereitet und anschließend entsprechend den Anforderungen des Arbeitsmodells ausgewählt werden.

Blogbild

Simplebim 12: Ein Base-Model-Dataflow ergänzt standardisierte Eigenschaften, die anschließend für die weitere Datenverarbeitung zur Verfügung stehen.

Wiederkehrende Arbeitsmodelle mit BIM Dataflows erzeugen

In BIM-Projekten ändern sich Modelle regelmäßig. Neue Planungsstände werden exportiert, Fachmodelle aktualisiert und Informationen ergänzt.

Ohne einen wiederverwendbaren Ablauf müssen benötigte Objekte bei jeder neuen IFC-Datei erneut ausgewählt und die gewünschten Ergebnisse wieder erstellt werden.

Hier kommen die BIM Dataflows von Simplebim ins Spiel.

Dataflows sind konfigurierbare Verarbeitungsabläufe, die mehrere Arbeitsschritte in einer festgelegten Reihenfolge ausführen. Sie können ohne Programmierung erstellt und auf neue Modellstände angewendet werden.

Beispielsweise lässt sich ein Ablauf definieren, der

  1. ein IFC-Modell übernimmt,
  2. benötigte Bauteile anhand definierter Kriterien auswählt,
  3. nicht benötigte Inhalte ausschließt,
  4. und das Ergebnis als neue IFC-Datei exportiert.

Ist der Dataflow passend eingerichtet, lässt sich derselbe Ablauf bei weiteren Modellständen erneut verwenden.

Die Verarbeitung muss somit nicht bei jeder Aktualisierung vollständig manuell aufgebaut werden.

Gerade bei regelmäßig wiederkehrenden IFC-Datenübergaben ist dies ein wesentlicher Vorteil.

Blogbild

Ein BIM Dataflow in Simplebim verbindet mehrere Verarbeitungsschritte und den IFC-Export zu einem wiederverwendbaren Ablauf.

Von der Einzelbearbeitung zum wiederverwendbaren Datenprozess

Die Kombination aus standardisierten Daten und wiederverwendbaren Dataflows eröffnet zusätzliche Möglichkeiten.

Während das Base Model eine einheitlichere Informationsgrundlage schafft, können nachgelagerte Dataflows für unterschiedliche Anforderungen eingesetzt werden.

So können auf Basis vergleichbarer Ausgangsdaten unterschiedliche Arbeitsmodelle entstehen – beispielsweise für die Tragwerksplanung, die technische Gebäudeausrüstung oder einzelne Bauabschnitte.

Mit Simplebim 12 können Dataflows zudem in eine Simplebim-Cloud-Pipeline oder Dataflow-Bibliothek veröffentlicht werden. Dadurch lassen sich vorbereitete Abläufe auch in übergreifende automatisierte Verarbeitungsprozesse einbinden.

Für die gezielte Erstellung einzelner Arbeitsmodelle ist die Cloud jedoch keine Voraussetzung. Die entsprechenden Verarbeitungsschritte lassen sich weiterhin direkt in Simplebim Desktop ausführen.

Welche Vorteile bieten gezielt reduzierte IFC-Arbeitsmodelle?

Ein Arbeitsmodell, das auf die tatsächlichen Anforderungen zugeschnitten ist, bietet mehrere praktische Vorteile.

Bessere Übersicht

Nicht benötigte Objekte und Informationen müssen bei der weiteren Bearbeitung nicht ständig berücksichtigt werden.

Gezieltere Datenweitergabe

Projektbeteiligte erhalten eine IFC-Datei, deren Inhalte auf ihren jeweiligen Anwendungsfall ausgerichtet sind.

Effizientere Folgeprozesse

Nachgelagerte Anwendungen müssen weniger irrelevante Daten verarbeiten. Je nach Modell und Anwendungsfall können dadurch auch Dateigröße und Verarbeitungsaufwand reduziert werden.

Wiederholbare Ergebnisse

Mit passend konfigurierten Dataflows können definierte Auswahl- und Verarbeitungsschritte bei Modellaktualisierungen erneut ausgeführt werden.

Einheitlichere Datengrundlage

Das Base Model von Simplebim 12 unterstützt die Standardisierung von Informationen aus unterschiedlich strukturierten Fachmodellen und erleichtert damit die Vorbereitung weiterer Datenprozesse.

Fazit: Nicht möglichst viele Daten, sondern die richtigen

Ein IFC-Modell muss nicht für jeden Anwendungsfall alle verfügbaren Informationen enthalten.

Für viele Aufgaben ist es sinnvoller, aus umfangreichen Ausgangsmodellen gezielt aufbereitete Arbeitsmodelle zu erstellen.

Simplebim ermöglicht es, relevante Objekte und Eigenschaften auszuwählen, unnötige Inhalte auszuschließen und die Ergebnisse als neue IFC-Dateien bereitzustellen.

Mit den BIM Dataflows lassen sich solche Arbeitsschritte wiederverwenden. Das neue Base Model in Simplebim 12 ergänzt diesen Ansatz durch eine einheitlichere Datengrundlage für die weitere Verarbeitung.

So wird aus dem vollständigen IFC-Modell eine Datengrundlage, die zum jeweiligen Arbeitsschritt passt.

Sie möchten Ihre IFC-Modelle gezielt aufbereiten?

Mit Simplebim können Sie Modelle reduzieren, Datenstrukturen vereinheitlichen und wiederkehrende Verarbeitungsschritte automatisieren.

Testen Sie Simplebim sieben Tage kostenlos oder lassen Sie sich von CYCOT zu Ihrem Anwendungsfall beraten.

Simplebim kostenlos testen